Landwirt Stefan Selinger aus Turbenthal ZH ärgert sich über irreführende Medienberichte, in denen behauptet wird, dass die Milch von Kühen, die Hanf-Tierfutter fressen, zu viel THC enthalte und dass dies den Konsumenten schaden könne. Im Folgenden berichtet er von seinen Beobachtungen und Analysen, die im Gegensatz zu anderen Untersuchungen auf Fakten und praktischer Erfahrung beruhen:
Die Tiere sind gesund und zufrieden und die Resultate lassen sich sehen:
Tiefere Tierarzt- und Besamungskosten
Geringere Kraftfutterkosten
Bessere Fresslust
Höhere Wiederkautätigkeit
Die Tiere sind ruhiger und entspannter
Mehr Tagesmilch
Mehr Ertrag von der Milch: der Fett- und Eiweissgehalt der Milch ist höher, die Käseherstellung wird um 3% gesteigert
Fazit: wenn es den Tieren gut geht, ist auch der Bauer glücklich und der Konsument erhält ein erstklassiges Produkt!
Was Stefan Selinger und nicht nur ihn massiv stört, ist das unwissenschaftliche Vorgehen der ALP-Untersuchung, das nicht den realen Verhältnissen der Tierfütterung mit Hanf entspricht. Man hat den Tieren eine Gelatinekapsel mit einem hohen Gehalt an synthetischem THC verabreicht und aus den Resultaten auf die Fütterung mit natürlichem Hanf geschlossen. In Wirklichkeit könnten die Kühe unmöglich so viel Hanf fressen, um solche Mengen von THC aufzunehmen, wie ihnen mit der Kapsel verabreicht wurde [1]. Stefan Selinger hat die Milch seiner Kühe, die Hanf-Grünfutter bekamen, untersuchen lassen. Man fand nur minimale Spuren von THC, die überhaupt nicht ins Gewicht fallen.
Mit Mischungen aus indischem Hanf [2] und Schweizer Bauernhanf [3] hat Selinger eigene Versuche gemacht. Bei einem Mischverhältnis von 1 Teil indica +2 Teilen non indica haben die Tiere nur noch gerochen und geschleckt, aber nicht gefressen! Die Kühe mochten also den indischen Hanf nicht. Bauer Selinger ist zu Recht davon überzeugt, dass man nicht promovierter Agronom sein muss, um zu wissen, was für die Tiere gut ist. Das wissen die Tiere und der Bauer, der sie sich jeden Tag um sie kümmert, viel besser.
Einmal mehr will man die Öffentlichkeit glauben machen, dass THC und die anderen Cannabinoide der Hanfpflanze etwas Schlechtes und Schädliches seien, obwohl die Heilkraft und der Nährwert der Hanfes schon seit altersher bekannt sind.
Nicht an die grosse Glocke gehängt wird jedoch, dass es wirklich Schadstoffe im Futter, der Milch und dem Fleisch hat, z.B. Nervengifte wie Arsen und Blei oder die höchst zweifelhaften, noch lange nicht genügend untersuchten Produkte der Fütterung mit genveränderten Pflanzen. Bei einem deutschen Bauern waren 65 Kühe kläglich eingegangen, nachdem er sie mit Genmais gefüttert hatte!
"Wahrscheinlich wäre alles überhaupt kein Problem, wenn der Hanf von Novartis oder Monsanto erfunden und natürlich patentiert worden wäre", so Stefan Selinger.
Quelle: Schriftliche Mitteilungen von S. Selinger
s.auch: Kein Hanf für Kühe?
Weitere Informationen und Kontake: E-Mail, www.swiss-jersey.ch
Redaktion: HC, Hanf-Info Murten