Medizin: Cannabis lindert Schizophrenie

Dass Cannabis "Wahnsinn" auslöst, oder moderner ausgedrückt, zu psychotischen Zuständen führen und Schizophrenie verursachen kann - diese Horrornachricht gehört seit Jahrzehnten zu den Standard-Argumenten der Prohibitionspolitik. Jetzt haben wissenschaftliche Befunde das genaue Gegenteil bewiesen: der vom Gehirn produzierte THC-ähnliche Wirkstoff Anandamid dient dazu, schizophrene Symptome zu mildern. Forscher an den Universitäten Köln und Irvine (USA) fanden nicht nur, dass das Anandamid-Level bei gesunden Personen niedriger liegt als bei Schizophrenie-Patienten - Psychotiker wiesen eine sechs Mal höhere Anandamid-Menge auf als Gesunde. Zu ihrer Überraschung stellten die Forscher auch fest, dass die Patienten mit den stärksten psychotischen Symptomen die niederigsten Anandamid-Mengen aufwiesen. Sie zogen daraus den Schluß, dass das Gehirn Anandamid produziert, um psychotische Symptome zu dämpfen.
Dieser Mechanismus könnte auch erklären, warum sehr viele Schizophrenie-Patienten Cannabis benutzen. Eine Studie der Universität Melbourne ermittelte, dass sie dies vor allem Tun, um die Ängste und Depressionen zu lindern, die mit den psychotischen Schüben einhergehen.

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