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Hanfsamen gehören zweifelsfrei zu dem ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten. Seit Jahrtausenden werden Hanfsamen und Hanföl für die menschliche Ernährung genutzt. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg war Hanföl ein bekanntes Pflanzenöl. Erst nach dem Krieg geriet der Hanf infolge der weltweiten marihuana-Prohibition ins Abseits.
Seit etwa fünf Jahren feiert der (drogenarme) Nutzhanf sein Comeback als nachwachsender Rohstoff und Lieferant für hochwertige Fasern und Samen. Die Wissenschaft hat den hohen Wert der hanfsamen erst in den letzten Jahren entdeckt und prophetzeit dem Hanf heute eine grosse Zukunft als Samen- und Ölpflanze.
Bereits heute werden Hanfsamen aus kontrolliert biologischen Anbau und kaltgepresste Hanföle im Naturwarenhandel, Reformhäusern, Apotheken und Hanfläden angeboten. Eine Vielzahl von schmackhaften Produkten wurde entwickelt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Hanf-Backwaren, Hanf-Nudeln, Hanf Müesli-Riegel oder auch Hanfschokolade und Hanfeis mit geschälten hanfsamen ("Der neue Nussgeschmack").
Das Interesse der grossen im Lebensmittelbereich ist geweckt, und schon bald werden wir unterschiedlichste Hanflebensmittel auch im Supermarkt und an der Tankstelle finden.

Was macht Hanfsamen und Hanföl so wertvoll? Hanföl ist besonders reich an den für dem menschlichen Organismus lebenswichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (ca.90%). Hier sind besonders die essentiellen Fettsäuren Linolsäure (50-70%) und Alpha-Linolensäure (15-25%) hervorzuheben, die nur in wenigen Speiseölen vorkommen. Hanföl ist durch seine insgesamt ausgewogene Fettsäurenzusammensetzung eines der wertvollsten Speiseöle überhaupt. 15 - 20g Hanföl genügen, um den Tagesbedarf eines Menschen an den wichtigsten essentiellen Fettsäuren vollständig zu decken. In die tägliche Nahrungsaufnahme integriert, schützt Hanföl vor einer Reihe von Stoffwechsel-, artierosklerotischen Gefäss- und dadurch insbesondere Herzkreislauferkrankungen, die in aktuellen Studien auf einen zu hohen Anteil gesättigter und trans-Fettsäuren in deer Ernährung zurückgeführt werden.

Hanfsamen und Hanföl stellen mit diesen Inhaltsstoffen aber nicht nur ernährungsphysiologisch besonders hochwertige Nahrungsmittel dar - es gibt zusätzlich eine Reihe therapeutischer Anwendungen. Alpha-Linolensäure hat mit Fischöl vergleichbare Wirkungen und kann daher bei Herzkreislauferkrankungen und chronischen Entzündungen therapeutisch eingesetzt werden.

Besondere Aufmerksamkeit als Therapeutikum verdient ein weiterer Inhaltsstoff. Hanf gehört zu den ganz wenigen Ölpflanzen, deren Samen Gamma-Linolensäure (GLA) enthalten (2 - 4%). Ein Mangel an Gamma-Linolensäure, die beim gesunden Menschen im Körper aus Linolsäure gebildet wird, kann zu schweren Stoffwechselerkrankungen führen. wird in solchen Fällen Gamma-Linolensäure eingenommen, können verschiedene Krankheitszustände positiv beeinflusst werden. Hierzu zählen die Neurodermitis, das prämenstruelle Syndrom, die rheumatoide Arthritis und die diabetische neuropathie - um nur die wichtigsten Anwendungsgebiete zu nennen.
Wir möchten mit der vorliegenden Broschüre einen Beitrag dazu leisten, die Bedeutung von Hanfsamen und Hanföl für die menschliche Ernährung und Gesundheit wiederzuentdecken. Die Broschüre informiert über die Geschichte und Inhaltstoffe, gibt umfassend und aktuell Auskunft über die Bedeutung für die menschliche Ernährung und für therapeutische Anwendungen. Der abschliessende Rezeptteil soll den Appetit anregen und dem Leser bei der kulinarischen Umsetzung des Gelesenen helfen.

aus der Broschüre Hanfsamen und und Hanföl
als Lebens und Heilmittel vom Verlag Die Werkstatt
Ein Ratgeber/nova-Institut (Hrsg.)
ISBN 3-89533-242-9