Viele Menschen haben die Vorstellung, Marihuana und Haschisch könnten nur geraucht werden, müßten also über die Lunge aufgenommen werden. Dabei nehmen gerade Menschen, die Cannabis als Medizin verwenden, diese Produkte oft auch in Plätzchen gebacken, als Tee oder in anderer Form über den Magen auf. Wichtig ist, daß das Cannabis in jedem Fall vor der Aufnahme irgendwann einmal auf mehr als 100 Grad erhitzt - gekocht, gebacken, gebraten oder geraucht -wurde, denn nur so ensteht erst das wirksame THC. (In der Pflanze liegt THC als pharmakologisch inaktive Carboxylsäure vor, die durch Abspaltung von CO2 in das wirksame Phenol umgewandelt wird. Das geschieht am schnellsten durch Erhitzen von einigen Minuten auf 100 bis 300 Grad.)
Die Intensität der Wirkung, die Zeit bis zum Wirkungseintritt und die Wirkdauer unterscheiden sich deutlich in Abhängigkeit von der Aufnahme. Nach dem Rauchen tritt die Wirkung nach 5 bis 15 Minuten ein und hält 2 bis 3 Stunden an. Es wird kurzfristig ein hoher THC-Blutspiegel erreicht. Nach dem Essen tritt die Wirkung verzögert nach 30 Minuten bis 2 Stunden ein, sie hält allerdings bei stetig langsamem Abklingen auch länger an, nämlich 5 bis 8 Stunden, nach sehr hohen Dosen auch länger. Der THC-Kon-zentrationsverlauf im Blut ist flacher.
Wird Cannabis gegessen, so wird das THC vom Magendarmtrakt besser aufgenommen, wenn gleichzeitig etwas Fett aufgenommen wird. Das Fett verbessert den Transport der fettlöslichen Cannabinoide durch die Darmschleimhaut. Daher kann bei der Verwendung eines Tees beispielsweise etwas Sahne in den Tee gegeben werden oder bei Verwendung von Gebäck ein Rezept mit reichlich Butter verwendet werden. Die Wirkung setzt beim Rauchen schneller ein und kann damit besser dosiert werden. Der Nachteil des Rauchens ist die Irritation und Schädigung der Atemwege ähnlich wie beim Rauchen von Tabak oder Kräuterzigaretten.
Mögliche Folgen sind chronische Bronchitis sowie eventuell krebsige Zellentartung. Die beim Rauchen geringste Belastung der Lunge ergibt sich bei Verwendung von möglichst THC-reichem Marihuana, das in speziellen, leicht zu reinigenden Metallpfeifen pur geraucht wird. Oft genügen hier schon ein bis drei Lungenzüge zur Erzielung der gewünschten Wirkung. Die Schädigung der Atemwege läßt sich durch die orale Aufnahme von Cannabis vermeiden.
Zudem gibt es mittlerweile Geräte, die es ermöglichen, verdampfte Cannabinoide zu inhalieren, ohne daß das Kraut verbrannt werden muß.