Jugendliche konsumieren vermehrt gesundheitsgefährdende Produkte Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 11 und 16 Jahren konsumieren mehr Alkohol als noch vor vier Jahren. Auch die Zahl der Jugendlichen, die zumindest einmal gekifft haben, ist gestiegen.
BERN - Das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Schülerbefragung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Rund 40 Prozent der 15- bis 16-jährigen Jungen und rund 26 Prozent der Mädchen im gleichen Alter trinken mindestens einmal in der Woche Alkohol. Vor vier Jahren waren es bei den Jungen 29,3 Prozent, bei den Mädchen 16,8 Prozent.
Alcopops - das neue Lieblingsgetränk Die Jungen trinken am liebsten Bier. Unter den Mädchen hingegen sind neu die süssen Alcopops, die kaum nach Alkohol schmecken, das Lieblingsgetränk. Insgesamt waren rund 20 Prozent aller alkoholischen Getränke, die von den Jugendlichen konsumiert werden, Alcopops. Vor vier Jahren machte der Anteil der Designergetränke erst 10,8 Prozent aus.
Holger Schmid, Forschungsleiter der SFA, betonte vor den Medien, dass - entgegen den Behauptungen der Alkoholindustrie - der Mehrkonsum von Alcopops nicht auf Kosten anderer alkoholischer Getränke gehe. Auch Bier und Wein werde heute mehr getrunken als vor vier Jahren. Der Konsum von Spirituosen hat laut der SFA-Befragung ebenfalls zugenommen. Hochprozentiger Alkohol wird von den Jugendlichen vermehrt dazu gebraucht, sich zu betrinken.
Haschisch und Marihuana werden weit häufiger konsumiert als irgendeine andere illegale Droge. 50 Prozent der Jungen und 40 Prozent der Mädchen im Alter von 15- bis 16 Jahren gaben an, schon mindestens einmal Haschisch konsumiert zu haben. Vor vier Jahren waren es nur je 10 Prozent.
Sorge bereitet Holger Schmid vor allem die Zahl jener Jugendlichen, die in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung vierzig Mal oder mehr gekifft haben. 14,4 Prozent der Schüler und 6,2 Prozent der Schülerinnen im Alter von 15- bis16 Jahren stuften sich in diese Kategorie ein. Das seien hochgerechnet auf alle Schülerinnnen und Schüler der Schweiz 11 200 Jugendliche, die einen solch extremen Cannabiskonsum hätten. Schmid hob hervor, dass andererseits über die Hälfte der Schweizer Jugendlichen noch nie Cannabis konsumiert hätten.
Andere illegale Drogen werden laut der Befragung im Vergleich zu Cannabis kaum konsumiert. Am meisten eingenommen werden so genannte "magische Pilze" (4,7 Prozent) und Ecstasy (3,3 Prozent). Der Tabakkonsum ist in den letzten vier Jahren konstant geblieben. Für die SFA ist klar, dass die Prävention bei Jugendlichen verstärkt werden muss. Je früher Jugendliche beginnen Drogen zu konsumieren, desto höher sei der lebenslange Konsum.