O.M.* hatte kürzlich eine Wintergrippe. Als die Grippe am Abklingen war, bekam sie den in diesem Stadium häufig vorkommenden hartnäckigen Reizhusten - ein Hanftee hat ihr geholfen.
O.M. ist eine gesunde Nichtraucherin, Vegetarierin und therapiert sich vorzugsweise mit Homöopathika, ayurvedischen und anderen sanften Heilmitteln. Seit vielen Jahren gehört selbst angebauter Naturhanf zu ihrer Hausapotheke, z.B. als Tee bei Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit, Verspannungen. Sie erzählt:
"Ich hatte eine Grippe und befand mich in dem Stadium, wo der Husten angefangen hatte. Abends, als ich im Bett lag und nach einem anstrengenden Arbeitstag schlafen wollte, fing der Hustenreiz an. Je länger ich lag und hustete, desto schlimmer wurde der Reiz. Ich spürte, wie dies zu einem Teufelkreis wurde: je mehr ich hustete, desto stärker wurde der Reiz...Ich war völlig erschöpft. Nach Mitternacht stand ich schliesslich auf und kochte mir einen Tee [1] aus etwa 3 oder 4 Jahre altem Hanfkraut. Nachdem ich den Tee getrunken hatte, war der Hustenreiz innerhalb von wenigen Minuten weg! Kurz darauf schlief ich ganz entspannt ein und fühlte mich am anderen Morgen frisch, ausgeruht und etwas "heiler". Wie froh war ich um diesen erholsamen Schlaf, denn ich hatte ja wieder einen anstrengenden Tag vor mir! Im Übrigen war der Hustenreiz vollständig weg.
Soweit ich es beurteilen kann, verspüre ich keinerlei psychotrope Wirkungen von Hanftee, so wie ich ihn zubereite. Wenn mit der psychoaktiven Wirkung die Entspannung durch den Hanf gemeint ist, dann kann ich nur sagen, dass dies eine sehr angenehme Wirkung ist.
Gute Erfahrungen habe ich auch mit ätherischem Hanföl gemacht. Auf die Brust eingerieben, erleichtert es das Atmen und hat eine wunderbar entspannende Wirkung.
Dass Naturhanf verboten sein soll, leuchtet mir nicht ein. Würde ich mich wegen meines 4 Jahre alten Garten-Hanfkrauts, das ich in einer Blechdose in der Küche aufbewahre, strafbar machen? Ist ja lächerlich! Offensichtlich haben die zuständigen offiziellen Stellen das Gefühl für die Proportionen des angeblichen "Hanfproblems" verloren. Ob diese Leute wohl betrunken sind?"
Ich konsumiere vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr Hanf als Hausmittelchen und ich kenne viele Leute, vorallem Frauen, die den Hanf in dieser Art benutzen. Manche häufiger, manche sehr selten.
Gut, anscheinend konsumieren vorallem Jugendliche oft masslos, es gibt Missbrauch und man muss wieder mal die Hanflädeli schliessen. Aber in einer Gesellschaft, die in wirtschaftlicher und ökologischer und noch manch anderer Hinsicht jedes menschliche Mass verloren hat, ist es nur logisch, dass auch die Jugend als sensibelste Gruppe der Gesellschaft masslos ist. Unsere Behörden reagieren sehr kurzsichtig. Man will um jeden Preis verdrängen, dass das "Kiffen" ein gesellschaftliches Problem ist. Mit der Hanfrepression steckt man einfach einen Pfropf auf eine eiternde Wunde. Dabei weiss doch jeder Arzt (zumindest sollte er es wissen!), dass es dann an einem anderen Ort zu eitern anfängt...
Da kann einem die Hanfpflanze, die eine so grosse Heilkraft besitzt, wirklich leid tun. Alle missbrauchen sie: Produzenten, Genmanipulierer, Dealer, Konsumenten, Polizisten und zu guter Letzt fallen auch noch profilneurotische Politiker über sie her.
*O.M. ist 49 Jahre alt, Architektin/Künstlerin/Pflegende. Gespräch v. 2.2.05 mit H. Cervantes, Hanf-Info Murten