Gliome (inbesondere das Glioblastoma multiforme oder das Astrozytom Grad IV) sind die am häufigsten vorkommenden bösartigen primären Hirntumoren und eine der aggressivsten Krebsarten. Die gegenwärtigen Therapien gegen das Glioblastom sind meist unwirksam oder rein palliativ. Im Rahmen mehrerer Studien konnte während der letzten Jahre nachgewiesen werden, dass Cannabinoide (pharmakologisch aktive Substanzen der Hanfplanze) oder ihre Derivate bei Labortieren das Wachstum verschiedener Arten von Tumoren hemmen, so auch von Gliomen.

Durch verschiedene biochemische Regulationen leiten Cannabinoide die Apoptose (Zelltod) der Gliomzellen ein. Zusätzlich verhindern Cannaboinoide in vivo (d.h. bei Labortieren) die Bildung von Blutgefässen in den Glioma-Tumoren*: Das Ausserordentliche an der Wirkung der Cannabinoide ist, dass nur die Glioma-Tumorzellen abgetötet werden, die gesunden Hirnzellen (Glia-Zellen) aber gleichzeitig geschützt werden. Diese und andere Erkenntnisse über die Funktion der Cannabinoide bei Tumoren könnten die Grundlagen für die Entwicklung völlig neuer Therapien für die Behandlung von Gliomen bilden.

Quelle:
Velasco G, Galve-Roperh I, Sanchez C, Blazquez C, Guzman M.; Neuropharmacology. 2004
Sep;47(3):315-23.

www.pubmed.org

* die Fähigkeit eines Tumors, Blutgefässe zu bilden, ist ein Kriterium für die Bewertung seiner "Bösartigkeit".