Stille Nacht, heilige Nacht, hast du Frieden uns gebracht?
Fragen die Kinder auf dieser Welt. Doch der Krieg bringt den Mächtigen Geld.
Daher die Bombe auch kracht , in dieser heiligen Nacht.

Stille Nacht, heilige Nacht, hast du Brot mitgebracht?
Betteln die hungrigen Kinderlein. Doch der Vater er sagt leider nein.
Ich bin ja arbeitslos, ich bin ja arbeitslos.

Stille Nacht, heilige Nacht, hast du Liebe uns gebracht.
Hoffen die Einsamen auf unserm Planeten. Doch die Liebe erstickt in Moneten.
Kalt sind die Herzen wie Stein. Anders die Welt könnte sein.

Stille Nacht, heilige Nacht, den Bahnhof die Miliz bewacht,
Duldet dort ein altes Mütterlein, das da schläft auf einer Bank ganz allein.
Keiner hat an sie gedacht. In dieser heiligen Nacht.

Stille Nacht, heilige Nacht, hast du Wärme mir gebracht?
Träumt ein Mann in dem Park auf der Bank. Obdachlos, frierend und dazu noch krank.
Früh dann in dem Morgenrot, war er erfroren und tot.

Stille Nacht, heilige Nacht, hast du mir Profit gebracht?
Betet der Multi- Milliardär. Er hat schon viel, doch will er noch mehr.
Sein Gott sind Reichtum und Macht , auch in der heiligen Nacht.

Stille Nacht, heilige Nacht, mache daß das Volk erwacht.
Daß es beseitigt das Elend , die Not. Frieden für alle und Bildung und Brot.
Dann hat die heilige Nacht, dich und mich glücklich gemacht.

(Text: Joachim Leuschner, Vers 2 von Richard Leuschner, arbeitslos 1929, gefallen im 2. Weltkrieg)