Zürcher Kantonsrat lobt Jugendschutz-Berichte

«Wer Prävention und Jugendschutz ernst nimmt, muss für Liberalisierung sein»
Der Verkauf von Cannabis müsse kontrolliert werden können.

Der Landbote Webnews 30. Mai 2005

Kantonsrat lobt Jugendschutz-Berichte

Der Zürcher Kantonsrat hat heute den Regierungsrat für dessen Berichte zum Schutz der Jugend vor Suchtmitteln gelobt. Zwei Postulate wurden als erledigt abgeschrieben.

sda

Die eigentliche Debatte zu dem Thema werde demnächst bei der Beratung des neuen Gesundheitsgesetzes zu führen sein, hiess es. Dabei wird es unter anderem um ein Verbot von Tabakwerbung auf öffentlichem Grund gehen.

Die EVP hatte mit zwei Postulaten Massnahmenpakete zur Verbesserung des Jugendschutzes verlangt. Jugendliche müssten besser vor illegalem Cannabishandel und der Gefahr von übermässigem Alkoholkonsum geschützt werden.

Der Regierungsrat habe das Problem des Suchtmittelmissbrauchs ernst genommen und einen breit gefächerten Katalog von Massnahmen formuliert, sagte Kommissionspräsident Christoph Schürch (SP, Winterthur). «Wer Prävention und Jugendschutz ernst nimmt, muss für Liberalisierung sein», sagte Peter Schmid (SP, Zürich). Der Verkauf von Cannabis müsse kontrolliert werden können.

Die Suchtmittelpräventionsstellen im Kanton Zürich leisten gute Arbeit, sagte Regine Sauter (FDP, Zürich). Weitere Verbote brächten nichts, ist sie überzeugt. Den Jugendlichen solle die Botschaft «kiffen ist nicht cool, sondern einfach dumm» vermittelt werden.

Die Prävention dürfe sich aber nicht auf Cannabis und Alkohol beschränken, sondern müsse auf weitere Suchtmittel ausgedehnt werden. «Die Sucht darf nicht zu einem gesellschaftlich akzeptierten Weg im Umgang mit Problemen werden», sagte Sauter.

Bei Kampagnen gegen übermässigen Alkoholkonsum sei Originalität gefragt, sagte Oskar Denzler (FDP, Winterthur). Das heutige Konzept müsse hinterfragt werden.

Für eine Werbeverbot für Alkohol und Tabak sprach sich Katharina Prelicz (Grüne, Zürich) aus. Es gehe nicht an, die einen Genussmittel zu verteufeln und andere zu tolerieren, fand Susanne Rihs (Grüne, Glattfelden). Als bedenklich bezeichnete Christian Mettler (SVP, Zürich), dass es in Zürich 140 Lokale gebe, wo Cannabis bezogen werden könne.

Der Regierungsrat beschönige nicht, sondern rede Klartext, lobte Hanspeter Amstutz (EVP, Fehraltorf). Die gesetzlichen Bestimmungen müssten aber auch durchgesetzt werden.