Spanien: Cannabis-Anbauclubs
Wie ENCOD - eine europäische Allianz von rund 120 NGOs für einen neue Drogenpolitik der EU - berichtet, hat sich Spanien ein sehr interessantes Model zur Cannabisnutzung entwickelt: Gemeinnützige Cannabis Clubs. Die obersten Gerichtshöfe von Katalonien und vom Baskenland haben das Model der gemeinnützigen Cannabis Clubs bestätigt.
Glocalist, Mittwoch, 5. Juli 2006

- www.glocalist.de
Gemeinnütziges Cannabis
Madrid (3.7.): Spanien geht neue Wege in der Cannabis-Nutzung. So sind
der gemeinnützige Anbau von Cannabis gestattet.

- www.encod.org
Wie ENCOD - eine europäische Allianz von rund 120 NGOs für einen neue
Drogenpolitik der EU - berichtet, hat sich Spanien ein sehr
interessantes Model zur Cannabisnutzung entwickelt: Gemeinnützige
Cannabis Clubs.
Die obersten Gerichtshöfe von Katalonien und vom Baskenland haben das
Model der gemeinnützigen Cannabis Clubs bestätigt.
Das Model der Spanischen Cannabis Konsumenten Vereine Erwachsene Patienten und Konsumenten der Cannabispflanze haben einen gemeinnützigen Verein gegründet. Dieser Verein ermöglicht und unterstützt den Eigenanbau der Cannabispflanze. Er berät die Mitglieder über die medizinische Wirkung und er ermöglicht den eigenen Anbau. Das Mitglied zahlt einen Beitrag der die Kosten des Anbaus deckt und hat danach das Recht einen Anteil der Ernte zu Selbstkosten zu beziehen. Das Mitglied ist namentlich bekannt und geht die Selbstverpflichtung ein das Cannabis nur selbst zu verwenden.
Konkret sieht das so aus
Der Club hat ein Glashaus, mit Genehmigung der Behörden, gemietet wo
gemeinschaftlich Cannabis angebaut wird.
Ein Klub mit ca. 70 Mitgliedern mietet sich ein Glashaus und baut dort
an. Die Ernte wird dann für 3€ pro g an medizinische Nutzer, für 4€ an
Mitglieder, abgeben. Das Mitglied hat das Recht 1g pro Tag zu beziehen.
Vorteile sieht ENCOD folgende:
1. Bekämpfung der Drogenbanden Das Model ist der beste Weg den kriminellen Drogenbanden das Handwerk zu legen, da ihnen die Nachfrage abgetragen wird. Sobald der Staat ermöglicht sich straffrei mit Cannabis zu versorgen wird niemand mehr auf der Strasse kaufen.
2. Billig Eigenproduktion, keine Kosten der Gesellschaft Die Mitglieder kommen zu Selbstkosten an Cannabis. Natürlich nur an soviel wie selber benötigen. Sie bekommen kontrollierte Qualität und können nicht an gefährliche Drogen gelangen. Sie werden von den kriminellen Dealern ferngehalten.
3. Keine Weitergabe an Dritte Sie selber werden selber nicht mit Drogen handeln, da sie sonst ihre Mitgliedschaft verlieren würden. Der Staat hätte die Gewissheit, dass das der Cannabisanbau und die Weitergabe kontrolliert ist und nur die berechtigten Personen betrifft. Somit nichts an unbefugte Dritte nach Außen (SchülerInnen) gelangt.
Autor: GLOCALIST (office chez glocalist-review.com)
P.S.
Jüngst wurden in Spanien eine Anzahl gemeinnütziger Cannabisclubs gegründet, deren Rechtmäßigkeit nun von Gerichten in Katalonien und dem Baskenland bestätigt wurde. In den Cannabisclubs haben sich Personen zusammen geschlossen, die gemeinsam Cannabis anbauen und diesen dann zum Selbstkostenpreis an die Vereinsmitglieder abgeben. Nur die Mitglieder haben Zugang zu den Anbauräumlichkeiten und zum Cannabis. In Spanien ist der Handel mit Cannabis verboten, der Besitz zum Eigenbedarf jedoch erlaubt. Ein Gericht in Bilbao, der größten Stadt des Baskenlandes, sprach vier Angeklagte eines Cannabisclubs mit 66 Mitgliedern vom Vorwurf des illegalen Anbaus von 150 kg Cannabis (frische ganze Pflanzen, die getrocknet 17,4 kg ergaben) frei. 39 der Mitglieder verwenden Cannabis zu medizinischen Zwecken.