NL: Erstmals Hasch aus der Apotheke
VON HELMUT HETZEL, 21.01.07
Der erste Kunde, der in der Cannabis-Apotheke einkaufte, war Wim Moorlag. Moorlag leidet an Multipler Sklerose (MS). Er raucht regelmäßig einen Joint, weil das seine Schmerzen lindert, behauptet er - vor kurzem wurde sein Konsum vor Gericht als „medizinische Anwendung“ anerkannt. Deshalb darf er auch zuhause Hanf züchten.
Rezept für MS-Kranke
Nun will sich Moorlag das Cannabis regelmäßig in der ersten Hasch-Apotheke besorgen und seine eigene Hanfzucht möglicherweise aufgeben. Aus zwei Gründen: Erstens gibt es dort Spitzenqualität und - zweitens - ist das Cannabis dort wesentlich billiger als in den vielen Coffieshops.
In der Groninger Cannabis-Apotheke bezahlt Moorlag nur sechs Euro für ein Gramm. Zu dem Preis und vor allem in der Qualität ist es in den vielen Coffieshops der Niederlande fast nirgendwo zu haben. Die Gründerin der Hasch-Apotheke Fleur Woudstra verrät aber nicht, wer ihr Lieferant ist. Das ist Berufsgeheimnis. „Aber wir wollen jetzt durchsetzen, dass die Krankenversicherer die Cannabis-Medikamentation mit in ihr Versicherungspaket aufnehmen.“ Sollte dies gelingen, dann könnte sich MS-Patient Moorlag die Zutaten für seinen Joint bald von der Krankenkasse bezahlen lassen. In den Niederlanden dürfen Ärzte seit drei Jahren Cannabis als Medikament verschreiben - hauptsächlich für MS- und Aidspatienten.