Medizinische Verwendung von Cannabis bei Sichelzellanämie
Menschen, die an Sichelzellanämie leiden, haben häufig sehr starke Schmerzen. Laut der einer Befragung führt Cannabis bei diesen Patienten zur Linderung von Schmerzen, Angst und Depressionen.
Unter Erwachsenen, die an Sichelzellanämie leiden, wurde am Central Middlesex Hospital in London eine anonyme Umfrage mittels Fragebogen durchgeführt. 86 Personen im Alter zwischen 23 und 39 Jahren nahmen an der Studie teil. 31 hatten Cannabis in den vergangenen zwölf Monaten verwendet, um Symptome der Erkrankung zu lindern. Bis auf zwei Teilnehmer wurde Cannabis geraucht. Die wichtigsten Gründe für die Verwendung waren Schmerzreduzierung bei 52 Prozent und Entspannung bzw. Linderung von Angst und Depressionen bei 39 Prozent.
Die Sichelzellanämie ist eine Blutkrankheit die auf einer Genmutation beruht. Sie tritt vor allem in Afrika und Indien auf, wo bis zu 40% der Bevölkerung das kranke Gen in sich tragen. Sie kommt auch bei Menschen aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten auf. Die Mutation verursacht eine Veränderung des Hämoglobins, des Transportproteins für Sauerstoff in den roten Blutkörperchen. Schmerzen zählen zu den wichtigsten Symptomen. Sie können so stark sein, dass sie mit Opiaten behandelt werden müssen. Sie können akut in unvorhersehbaren Intervallen auftreten, gehen mit Entzündungen einher und können chronisch werden.
Quellen: www.cannabis-med.org; Howard J, Anie KA, Holdcroft A, Korn S, Davies SC. Cannabis use in sickle cell disease: a questionnaire study. Br J Haematol 2005;131(1):123-8.)