Marihuana-Zucht in Frankreich beliebt
03.07.2007
Magnifique für viele, illegal für alle, einige können’s trotzdem nicht lassen: Die Rede ist von dem Anbau von Hanfpflanzen. Zwischen 10.000 und 20.000 Franzosen züchten zu Hause in eigens dafür errichteten Kammern Cannabis, um ihren persönlichen Konsum zu decken. Das fand eine Studie der Pariser Hochschule für Sozialwissenschaften heraus. Aus den Hanfpflanzen wird die bewusstseinserweiternde psychoaktive Substanz THC gewonnen - und in Form von Marihuana (Blüten) oder Haschisch (Harz) geraucht. Und genau das tun rund 850.000 Menschen in Frankreich, wie die Pariser Zeitung "Liberation" berichtet.
Nicht nur mit dem Gesetz geraten die "Plantagenbesitzer" in Konflikt, auch mit ihren Mitmenschen gibt es ob des stark duftenden Odeurs der Blätter, den auch Insekten anziehend finden, häufig Zores. Mit den Ehepartnern oder Eltern komme es ebenfalls zu Streitigkeiten, seien diese häufig dem Hobby des Selbstversorgers nicht ganz so zugeneigt, so Studienautor Julien Lefour.
Tendenziell steige die Zahl der Eigenanbauer an. Was den Wissenschafter auf kühne Gedanken bringt: Angesichts der hohen sozialen und wirtschaftlichen Kosten des verbotenen Marihuana-Handels stelle sich die Frage, ob private Mini-Plantagen genehmigt werden sollten. Der Eigenanbau habe auch gesundheitliche Vorteile für die Konsumenten: Die Konzentration des THC sei geringer.