Kiffern geht der Schnauf aus

2005/01/26 - Blick

BERN - In Rekordzeit wollten die Initianten Unterschriften für die Hanfinitiative sammeln. Nach sechs Monaten haben sie noch nicht mal die Hälfte.

Ob es eben doch stimmt, dass Kiffen gleichgültig macht? Diese Vermutung drängt sich zumindest auf, wenn man die Bilanz der nicht gerade berauschenden Unterschriftensammlung für die Hanf-Initiative betrachtet. Nach der Street Parade haben die Kiffer zwar noch gejubelt: 35’000 Befürworter hätten alleine an der Tanzparade am Zürcher Seebecken ihr Anliegen unterstützt.
Kurz darauf prahlte das Initiativ-Komitee mit 90’000 Unterschriften. Dumm nur, dass die meisten ungültig sind. Wie der grüne Aargauer Nationalrat und Co-Präsident des Komitees, Geri Müller, gegenüber dem "Tages-Anzeiger" einräumt, haben sie nach einem halben Jahr erst 40’000 beglaubigte Unterschriften.
Auch sonst ist der Sammelerfolg in Europas Kifferparadies sehr bescheiden. Einige Cannabis-Konsumenten wollen ihren Namen nicht für politische Zwecke hergeben. Andere haben Angst, dass die Behörden davon erfahren, erklärt Müller gegenüber dem "Tages-Anzeiger".
Neben den Unterschriften fehlen aktive Helfer. Gerade im Winter zeigen sich die Hanffreunde offenbar nicht sehr kälteresistent, wie der Aufruf des Komitees auf ihrer Hompage zeigt. Ausserdem klafft in der Kasse der "Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität" ein Loch. Denn neben Helfern suchen die Initianten auch dringend Geld.