Kanadas Entwurf für ein neues Cannabisgesetz

Mit den von der kanadischen Regierung am 27. Mai vorgeschlagenen Gesetzesreformen könnte sich die Art und Weise ändern, in der das Land seine Drogengesetze umsetzt, und zwar durch alternative Strafen für den Besitz geringer Mengen von Cannabis und neue, härtere Strafverfolgungsmaßnahmen gegen bedeutende Marihuanaanbauer.
Gemäß den Vorschlägen aus dem Gesetzentwurf, der dem Unterhaus (House of Commons) vorgelegt wurde, werden der Besitz und die Herstellung von Cannabis in Kanada im Rahmen des Gesetzes über kontrollierte Drogen und Substanzen(Controlled Drugs and Substances Act) illegal bleiben. Es wird sich lediglich der allgemeine Ansatz zur Anwendung des Gesetzes ändern.

Im Entwurf für das neue Cannabisgesetz wird vorgeschlagen:
 die derzeitigen Strafgerichtsverfahren und die daraus resultierenden Strafverfolgungen durch alternative Strafen für den Besitz von bis zu 15 g Marihuana oder bis zu 1 g Cannabisharz (Haschisch) zu ersetzen;
 den Strafverfolgungsbeamten den Ermessensspielraum einzuräumen, für den Besitz von 15 bis 30 g Marihuana einen Strafzettel auszustellen oder eine gerichtliche Vorladung ergehen zu lassen;
 härtere alternative Strafen zu verhängen, wenn erschwerende Umstände vorliegen (z. B. Besitz von Drogen beim Führen eines Kraftfahrzeugs oder in der Nähe von Schulgeländen);
 neue Strafdelikte zu schaffen, wie z. B. die Verdoppelung der Strafen für illegale Anbauer und ihre bis zu 14jährige Haft für illegalen Anbau von mehr als 50 Marihuanapflanzen. Die vorgeschlagenen Reformen sind Teil von Kanadas neuer Drogenstrategie, die die Regierung am 27. Mai ankündigte und für die sie 245 Millionen Dollar in einem Zeitraum von fünf Jahren zusicherte, um deren Ziele zu fördern.

www.hc-sc.gc.ca/english/media/releases/2003/2003_34bk2.htm