Junge SVP Zürich: Abstimmungsparole zur Hanfinitiative: Stimmfreigabe!
«Man kann sich in guten Treuen fragen, ob die Polizei nichts Gescheiteres zu tun hat, als Kiffer zu jagen.»
SVP: Doodle-Flop sorgt für Ärger
Vom Businesslunch übers Golfturnier bis zur Krisensitzung: Über die Internetplattform Doodle.com organisieren moderne Manager ihre Termine. Die Junge SVP ging noch einen Schritt weiter. Sie suchte nicht mal einen Sitzungstermin und «doodelte» gleich die Parolen für die nächste Abstimmung - Ja, Nein oder Enthaltung per Mausklick. Das Ergebnis dieses «Gedoodels» löste bei älteren SVP-Wählern aber Stirnrunzeln bis Ärger aus. Zwei Parolen waren nämlich kreuzfalsch oder zumindest sehr umstritten: das Ja zur VCS-Initiative und die Enthaltung bei der Hanf-Initiative. Weil sie per Mausklick online abstimmte, war die Junge SVP zum Ärger vieler plötzlich für die Traminitiative des VCS. Nun hat sie diesen Lapsus korrigiert - im Säli mit Handheben.
Noch mehr Irritation als die Unterstützung des VCS löste die Stimmfreigabe zur Initiative für straffreies Kiffen aus.
«Dieser Entscheid hat nichts mit der Doodle-Umfrage zu tun, sondern ist in vielen Diskussionen gereift», sagt Präsident Hängärtner.
Die JSVP habe etwa gleich viele Mitglieder, die für oder gegen die Initiative seien. «Man kann sich in guten Treuen fragen, ob die Polizei nichts Gescheiteres zu tun hat, als Kiffer zu jagen.»
Rückendeckung von Ueli Maurer
Wenigstens Parteipräsident Ueli Maurer stellt sich voll und ganz hinter die Jungen. «Das ist doch toll, wenn sie moderne Kommunikationsmittel ausprobieren.» Allerdings setze eine Doodle-Umfrage voraus, dass man über die Vorlagen genau informiert sei. Mit der Stimmfreigabe zur Hanf-Initiative kann Maurer gut leben, auch wenn er anderer Meinung ist. «Das entspricht nun mal der Stimmung unter den Jungen in Zürich.» Als Parteipräsident hat Maurer einen festen Grundsatz: «Den Jungen muss man bei der Parolenfassung 100-prozentige Narrenfreiheit lassen.»