Investitionen: Hanf - Rohstoff der Zukunft
Hohe Renditen rücken nachwachsende wie Hanf Rohstoffe ins Blickfeld der Investoren. Dabei spricht nicht nur das Renditepotenzial für eine Anlage in Rohstoffen. Bereits ein kleiner Anteil hilft, die Risikoeigenschaften eines Portfolios zu optimieren.
Rohstoffe sind in aller Munde - das liegt vor allem an den massiven Preiszuwächsen der letzten Jahre. Tatsächlich waren sie in den letzten fünf Jahren risikoadjustiert sowohl Aktien als auch Bonds überlegen. Der Ölpreis zum Beispiel hat seit dem Jahr 2000 um über 160 Prozent zugelegt, Kupfer um fast 50 Prozent allein im letzten Jahr.
Rohstoffe glänzen mit viel Potenzial
Massgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat die voranschreitende Industrialisierung in China und Indien. Sie liess den weltweiten Verbrauch von Rohstoffen, insbesondere von Energie und Metallen, in den letzten Jahren dramatisch ansteigen. In der Folge kam es zu einem starken Rückgang der weltweiten Lagerbestände und zu einem signifikanten Preisanstieg in vielen Rohstoffmärkten. Trotz dieser Preisrallye besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Die Industrialisierung in Fernost beginnt erst. Besonders China benötigt in den nächsten Jahren weiterhin grosse Mengen an Metallen für seine Infrastrukturinvestitionen. Überdies kann die Rohstoffproduktion nach über einem Jahrzehnt geringer Investitionen bis jetzt nicht mit der Nachfrage Schritt halten. So hat sich das private Investitionsvolumen in den USA seit den Achtzigerjahren mehr als verdoppelt, während die Investitionen in die Rohstoffinfrastruktur im gleichen Zeitraum um rund einen Viertel gefallen sind.
Aufwärtstrend wird lange anhalten
In den letzten fünf Jahren sind die Investitionen wieder angestiegen. Trotzdem liegt das Investitionsvolumen in Rohstoffprojekte nach wie vor deutlich unter dem Niveau von 1980. Hinzu kommt, dass Rohstoffprojekte wie Minen oder Raffinerien eine Vorlaufzeit von bis zu zehn Jahren aufweisen. Es dürfte also noch einige Zeit dauern, bevor es zu einer signifikanten Reaktion der Angebotsseite auf den momentanen Nachfrageanstieg kommt. Rohstoffe dürften daher in den nächsten Jahren weiterhin gute Investitionschancen bieten. Wofür letztlich auch spricht, dass sich die Rohstoffpreise in langfristigen Zyklen bewegen, die durchaus 10 bis 15 Jahre andauern können. Der letzte Abwärtszyklus ging beispielsweise 1999 zu Ende und dauerte über 15 Jahre. Der seit 1999 zu beobachtende Aufwärtstrend dürfte demnach längst noch nicht vorüber sein.
Commodities - Rohstoffe - optimieren Risiko
Mindestens genauso wichtig wie das Renditepotenzial sind jedoch die Portfolioeigenschaften von Rohstoffinvestitionen. Investiert ein Anleger in ein Portfolio aus verschiedenen Anlagen, sollte er nicht nur die Risiko-/Renditeeigenschaften der einzelnen Titel berücksichtigen, sondern auch, wie die verschiedenen Anlagen untereinander zusammenhängen. Nun ist die Korrelation von Rohstoffen sowohl gegenüber Aktien als auch gegenüber Bonds äusserst gering. Mit anderen Worten: Fallen die Kurse von Aktien und Obligationen, steigen die Rohstoffpreise oftmals weiter an. Eine Beimischung von Rohstoffen zu einem Portfolio aus Aktien und Obligationen kann also dessen Gesamtrisiko deutlich verringern. Zum Beispiel kann bereits eine Beimischung von fünf Prozent in einem solchen Portfolio bei gleich bleibender Rendite die Volatilität um bis zu einem Prozent verringern.
Wie sind Rohstoffe an Inflation gekoppelt?
Die geringe Korrelation von Rohstoffen zu Aktien und Bonds hat dabei vor allem zwei Ursachen. Zum einen reagieren Rohstoffe anders als Aktien und Bonds auf unerwartete Änderungen der Inflation. Während Aktien und Bonds auf einen unerwarteten Anstieg der Inflation eher negativ reagieren, weisen Rohstoffe in solchen Situationen oftmals steigende Renditen auf. Dies rührt vor allem daher, dass Rohstoffe selbst eine Komponente der Inflation darstellen. Eine gut differenzierte Investition in Rohstoffe beinhaltet daher auch eine gewisse Absicherung gegen unerwartete Inflation. Zweitens hängen die Rohstoffpreise eher von den momentanen Angebots- und Nachfragebeziehungen an den Märkten ab, während die Renditen von Aktien und Bonds stark von den Erwartungen bezüglich des zukünftigen Unternehmenserfolgs geprägt sind. So weisen Aktien und Bonds gegen Ende der Boomphase beispielsweise in Erwartung einer rückläufigen Wirtschaftsentwicklung oftmals bereits sinkende Renditen auf, während die Rohstoffpreise in der gleichen Konjunkturphase immer noch stark ansteigen. Im Zusammenspiel all dieser Faktoren gründet die geringe Korrelation zwischen Rohstoffen und klassischen Anlageklassen und somit auch das Potenzial von Rohstoffen, das Risiko klassisch aufgebauter Aktien- und Obligationenportfolios zu mindern.
Risikotoleranz bestimmt das Portfolio
Es stellt sich nun die Frage, wie ein dem Gesamtportfolio beigemischtes Rohstoffportfolio am besten aussehen sollte, schliesslich unterscheiden sich die einzelnen Rohstoffklassen ja nicht unerheblich voneinander. So haben Energieträger zum Beispiel das höchste Renditepotenzial, weisen dementsprechend allerdings auch das höchste Risiko auf. Im Vergleich dazu zeigen Agrarprodukte von allen Rohstoffklassen die niedrigsten Renditen, damit einhergehend aber auch das geringste Risiko. Investoren können daher das für sie optimale Portfolio basierend auf ihrer individuellen Risikotoleranz zusammenstellen.
Wie können Private in Rohstoffe investieren?
Für Privatinvestoren gibt es verschiedene Mittel, in Rohstoffe zu investieren. Eine Möglichkeit ist der Kauf eines breit basierten Rohstofffonds oder eines Indexzertifikats. Diese Instrumente sind besonders gut zur Diversifikation geeignet, da sie ein Portfolio verschiedener Rohstoffe repräsentieren. Eine andere Möglichkeit ist der Kauf von Rohstoffaktien. Die Variante hat allerdings den Nachteil, dass sie nur eine indirekte Beteiligung an Rohstoffen bietet, da man nicht in die Rohstoffe selber, sondern in Firmen investiert, die sich in der einen oder anderen Art mit Rohstoffen beschäftigen. Zudem sind Rohstoffaktien nicht nur von den Rohstoffpreisen abhängig, sondern weisen eine gewisse Korrelation zu den Aktienmärkten auf. Eine weitere Option ist schliesslich der Kauf eines strukturierten Produkts. Sie nehmen an den Veränderungen spezifischer Rohstoffpreise teil, und die meisten von ihnen bieten auch noch einen gewissen Kapitalschutz.
Quelle: Publikation der Crédit Suisse, 4.11.2005