Hanfinitiative: press-release 03/10/2008

Bildangebot an die Schweizer Medien zur Anregung einer öffentlichen Diskussion im Vorfeld der Abstimmung vom 30. November 2008 /// JA oder NEIN zur Hanfinitiative?

CANNABIS FÜRS VOLK – ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung.

Karin Scheidegger/Luca Christen

www.minxnation.ch www.lucachristen.com

«Wir müssen endlich lernen mit unseren Genüssen zu leben, statt mit einem schlechten Gewissen zu sterben.» Geri Müller, Nationalrat Grüne

Fakten zur Meinungsbildung:

Als Informationsgrundlage empfehlen wir die Botschaft zur Volksinitiative *für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz* des Bundesrats ans Parlament vom 15. Dezember 2006.

Die Botschaft kann unter folgendem Link gefunden werden: http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis325.html

Einige Auszüge: Grundsätzlich entspricht die Initiative der Stossrichtung des Bundesrats in Sachen Hanfpolitik, dennoch empfiehlt der Bundesrat dem Schweizer Volk, die Initiative abzulehnen....

Warum eigentlich? Weil die Initiative eine Änderung der Bundesverfassung anstrebt und einzelne Substanzen in der Regel auf Verordnungs- und Gesetzes-Ebene geregelt werden.

Der Bundesrat schreibt in seiner "Formalen Würdigung" in seiner Botschaft ans Parlament vom 15.12.06: // dieser Umstand darf den Initiantinnen und Initianten aber nicht zum Vorwurf gemacht werden, da auf eidgenössischer Ebene keine Gesetzesinitiative existiert...

Eine grosse Frage, die uns während den Recherchen begegnet ist:

„Was war denn eigentlich Ägyptens Problem?“ Im Kapitel 4 "Würdigung der Initiative" /// 4.2.1 Geschichtlicher und gesellschaftlicher Überblick und mögliche gesellschaftliche Auswirkungen bei Annahme der Initiative lesen wir folgendes:

...."an der Internationalen Opium-Konferenz von 1925 in Genf wurde AUF VERLANGEN VON ÀGYPTEN auch ein Cannabisverbot diskutiert".....

weiter wird bemerkt: .... "im Gegensatz zu Schlafmohn kann Cannabis fast auf der ganzen Welt ohne Probleme angebaut werden, so dass eine NATIONALE KONTROLLE vollkommen ausreichen würde...."

....weiter vernehmen wir.... ..."das damalige Anliegen Ägyptens, Cannabis international zu verbieten war ausschlaggebend dafür, dass Cannabis in die LISTE DER INTERNATIONAL KONTROLLIERTEN SUBSTANZEN aufgenommen wurde...."

...."im späteren Einheitsabkommen von 1961 wurden dann die Erzeugung, der Besitz und der Handel von Cannabis NAHEZU WELTWEIT VERBOTEN; nicht strafbar erklärt wurde der Konsum."

...."im Zusammenhang mit der Ratifizierung des Übereikommens von 1961 hat die Schweiz dann trotzdem den Betäubungsmittelkonsum, inkl. den Cannabiskonsum 1975 gesetzlich verboten."

Über Ägyptens Rolle an der Opiumkonferenz von 1925 lernen wir auf http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/verbot.htm folgendes:

Bei genauerer Betrachtung der Entstehung des weltweiten Cannabis-Verbots ist deutlich erkennbar, daß die USA eine wichtige, wenn nicht entscheidende Rolle bei der Durchsetzung und Umsetzung spielten. Zwar sorgten die Anträge von Ägypten und der Türkei dafür, daß Cannabis 1925 auf der dritten Opiumkonferrenz in Genf unter Drogenkontrolle gestellt wurde, jedoch war es vor allem das treibende Engagement des "US-Federal bureau of narcotics and dangerous drugs" (FBNDD), daß das weltweite Ansehen von Cannabis über seine Kampagnen und Gesetze bis in die Gremien der Vereinten Nationen prägte.

Dabei ging es bei dem Verbot von Cannabis nicht lediglich um eine Droge, auch wirtschaftliche Interessen, Rassismus und persönlicher Ehrgeiz spielten eine wichtige Rolle. Denn daß es sich bei Cannabis ursprünglich auch unter anderem um eine wirtschaftlich bedeutsame Nutzpflanze handelt, welche u.a. der aufstrebenden Kunstfaserindustrie Anfang des Jahrhunderts als Konkurrentin im Wege stand, wird häufig übersehen, bzw. bewußt ignoriert.

1925 Genf: Bei der zweiten internationalen Opium-Konferenz werden weltweite Kontrollmassnahmen für Cannabis eingeführt, obwohl 18 der 19 teilnehmenden Staaten keine Probleme im Zusammenhang mit Cannabis vermelden können; lediglich Portugal berichtet, in seiner Kolonie Angola seien Fälle von schwarzer Aufsässigkeit nach Hanfgenuss vorgekommen.

Die knapp ausgehende Schlussabstimmung zu ungunsten des Hanfs wird von handfesten wirtschaftlichen Interessen bestimmt; so droht etwa Ägypten den Deutschen an, im Falle eines Cannabisfreundlichen Abstimmungsverhaltens Importbeschränkungen für Kokain (Merck) und Heroin (Bayer) zu erlassen.

Der politische Umgang mit Cannabis ist ein brisantes Thema. Brisant deshalb, weil es das "Problem Cannabis" für die Politik erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt.

Vorher war dieses Politikfeld einfach nicht existent, da der Umgang mit Cannabis nichts Problematisches oder gar Gefährliches darstellte. Ganz im Gegenteil.

Was wir heute unter "Drogen" verstehen, waren zu einem großen Teil ursprünglich weitverbreitete Medikamente oder Genußmittel, im Fall Cannabis eben auch eine Nutzpflanze.

Die restriktive Umgangsweise mit Drogen an sich, und die Prohibition von Cannabis im besonderen sind, aufgrund von steigender Konsumentenzahlen trotz hoher Strafen, höchst kontrovers.

Die Frage, warum Cannabis verboten werden mußte, stellt sich zwangsläufig bei der Behandlung dieses Komplexes, denn die Widersprüche und Irrationalitäten, sowie die Ineffizienz der Politik sind offensichtlich.

http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/verbot.htm In der Publikation „Drogen – Grundlagen, Prävention und Therapie des Drogenmissbrauchs“ (Waldemar Ulrich, Bern – Drogenhandbuch für Eltern und Lehrkräfte aus dem Jahr 2000)...

...lernen wir: Die Cannabis-Prohibition, lange bevor die Haschischwelle Europa überflutete, erfolgte dabei nicht nur aus toxikologischen und suchtpräventiven Gründen, sondern auch als Folge des Desinteresses der Pharmazeutischen Industrie am traditionellen, nicht patentierbaren Medikament Cannabis und unter politischem Druck der USA und der UNO.

Bis ins 20. Jahrhundert waren Cannabispräparate in europäischen und amerikanischen Apotheken frei erhältlich. Konkurrenziert wurden sie indessen zunehmend von synthzetischen Substanzen wie beispielsweise Aspirin oder Barbituraten (Beruhigungsmittel).

Im amtlichen Schweizer Arzneibuch waren noch bis 1970 die Monographien „HERBA CANNABIS“ und „TINCTURA CANNABIS“ aufgeführt, dies obwohl Cannabis bereits seit 1951 als verbotene Droge in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen worden war.

Auszüge aus der Korrespondenz mit Christa Markwalder und Bastien Girond, CHNationalräte. ...In der ganzen Emotionalität der Debatte wird oft vergessen, dass es von Cannabis keine LD (Lethale Dosis) gibt. Von Cannabis & seinen Inhaltsstoffen kann man/frau nicht sterben.

Die Zahlen der jährlichen Schweizer Alkohol-Toten können einer 0- Ziffer gegenübergestellt werden.

....Menschen die das Kraut gezielt in ihr Leben integrieren und Symptome bekämpfen, wie andere Menschen unserer Gesellschaft dies mit Medikamenten, Junk-Food, Alkohol, Kaffee, Tabak etc. ganz legal & zu oft viel schädlicheren & teureren Konsequenzen für Staat & Volksgesundheit tun....

Karin Scheidegger erprobte den Dialog mit dem Parlament über die zurzeit sehr populäre Kommunikationsplattform Facebook. Mit Freude stellte die Autorin fest, dass einige der Schweizer Parlamentarier/innen nur 1-2 Schritte von ihren Facebook-Freunden entfernt sind. Facebook erlaubt einen direkten Dialog mit Volk und Parlament. Erstaunt über die ganze Facebook-Explosion hat das freie Aktionskomitee diese Plattform gezielt genutzt, um Meinungen des Schweizer Volks zu reflektieren und einzelnen auf den Zahl zu fühlen.

Jedoch kann beobachtet werden, dass die Allgemeinheit zwar Facebook-Gruppen beitritt, aber dann nicht wirklich darauf zurückkehrt um zu politisieren. Was denkt das Schweizer Volk? Facebook-Gruppe „CANNABIS fürs VOLK“ http://www.new.facebook.com/group.php?gid=25825909071

/// Das freie Polit-Aktions-Komitee der beiden Fotografen Luca Christen und Karin Scheidegger vertritt in erster Linie eine neutrale Informationspolitik über Hanf/Cannabis und hofft auf eine nationale Entdramatisierung eines sehr emotionalen Themas.

Ziel des Komitees ist es, mittels der Kunst einen Beitrag zur politischen Meinungsbildung zu leisten. Die fotografische Arbeit von Luca Christen „7 1/2 bekiffte Schritte davon entfernt“ lädt zu einer differenzierten Betrachtung einer umstrittenen Thematik und lässt neue Assoziationen zu.

Die Bilder werden den Schweizer Medien zur Verfügung gestellt, um Texte rund um den Abstimmungskampf aus anderer Perspektive zu illustrieren. Die Medien werden aufgefordert der öffentlichen Meinungsbildung Fakten zur Verfügung zu stellen, welche der landläufigen Allgemeinheit wenig bekannt sind, um eine Meinungsbildung fern von angstvoller Dramatik zu fördern.

Das Komitee vertritt die JA-Parole.

CANNABIS FÜRS VOLK – ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung. Bern, Oktober 2008