HanfÖl und Neurodermitis
Der medizinische Nutzen von Hanföl ist seit Jahrhunderten bekannt, bislang hat sich die Wissenschaft jedoch nur wenig mit den Einzelwirkstoffen des Hanföls befasst.

Daher ist Hanföl als Lieferant der essentiellen Fettsäure Linol-, Alpha-Linolensäure und vor allem der Gamma-Linolensäure (GLA) weitgehend unbekannt. Dabei reichen weniger als 100Gramm Hanfsamen beziehungsweise 30g Hanföl für den täglichen Bedarf an essentiellen Fettsäuren aus. Ein Blick auf die Fettsäurezusammensetzung von Hanfsamen zeigt den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren:
-Linolsäure (50-70 Gramm/100 Gramm)
Alpha-Linolensäure (15-25 Gramm/100 Gramm)
und der seltenen GLA (2-4 Gramm/100 Gramm)
Kaltgepresstes Hanföl kann als Lieferant von Linol- und Gamma- Linolensäure eine überaus wichtige Rolle als Arzneimittel oder Nahrungsmittelergänzung spielen. Hanföl ist ein sehr gutes Speiseöl, das einzige mit Gamma-Linolensäure. Es kann daher in den Speiseplan von Neurodermitis-Kranken integriert werden. Dies ist vor allem bei Patienten wichtig, bei denen eine Medikamentengabe schwierig ist. Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren kann Hautveränderungen wie Neurodermitis verursachen. Essentielle Fettsäuren sind maßgeblich an der Barrierefunktion der Haut beteiligt. Sie regulieren den über die Oberhaut stattfindenden transepidermalen Wasserverlust, der bei einem Mangel stark steigt. Zur Behandlung der Neurodermitis mit essentiellen Fettsäuren gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten: Üblich ist orale Gaben von Linolsäure und GLA, doch auch das Auftragen von Linolsäure und GLA als Gel ist möglich. Die enzymatische Umwandlung von Linolsäure in GLA ist bei Neurodermitispatienten gestört, dadurch entstehen Defizite an langkettigen essentiellen Fettsäuren. Durch das gezielte Verabreichen von GLA werden diese ausgeglichen.
Untersuchungen belegen die Wirksamkeit
Zur therapeutischen Wirkung von Linolsäure und GLA gibt es zahlreiche Untersuchungen:
Wright und Burton (1982) führten eine Untersuchung mit 99 Kindern und Erwachsenen durch. Die Patienten erhielten zwölf Wochen lang täglich 12 mal 360 mg Linolsäure und 45 mg GLA. Das Ergebnis war eine signifikante Verbesserung der Hautsymptomatik. Insgesamt wurde eine Besserung von 30% erreicht. DieBehandlung hatte keine Nebenwirkungen. Die verwendete Dosis entspricht etwa 12mal 1,5 Gramm Hanföl.
In einer Studie von Fiocchi und Kollegen (1994) wurden Kinder (Durchschnittsalter 11,4 Monate) mit 3 Gramm GLS täglich –entsprechen etwa 100 ml Hanföl- über 28 Tage gegen Neurodermitis behandelt. Die Behandlung erwies sich als eine sichere, effiziente und vor allem nebenwirkungsfreie Therapie.
Aanstey und Kollegen (1990) führten eine plazebokontrollierte Doppelblindstudie durch, bei der eine GLA-haltige Creme bei 12 Patienten mit Neurodermitis über einen Zeitraum von 2 Wochen untersucht wurde. Bei der Patientenbeurteilung war die GLA-haltige Creme dem Plazebo überlegen.
Die Umrechnung von Hanfsamen und Hanföl auf die Einzelwirkstoffe ist wie folgt:
Hanfsame enthalten 1 %, Hanföl 3% GLA. Die Aufnahme von 1 Gramm GLA erfordert daher 100 Gramm Hanfsamen oder 30ml Hanföl. Um den Tagesbedarf an Linolsäure (10 Gramm/Tag) zu decken, sind weniger als 20 ml Hanföl oder 50 Gramm Hanfsamen notwendig.
Bisher werden zur Therapierung von Neurodermitis auf pflanzlicher Basis Nachtkerzen- und Borretschöl eingesetzt. Diese Öle, die ausschließlich im Ausland erzeugt werden, zeigen gegenüber Hanföl keine therapeutischen Vorteile und sind gleichzeitig wesentlich teurer.
Impressum: Hanf-Natur - Inhaber: Ralf Buck, Gimborner Str. 98, 51709 Marienheide, Tel: +49-(0)2264-286990, Fax: +49-(0)2264-28418, E-Mail: info chez hanf-natur.de,