Hanf-Initiative unter Dach
Neue Luzerner Zeitung; 15.09.2005
Nach einer eher harzigen Sammelphase sind 128 000 Unterschriften zusammengekommen. Die Cannabis- Unterschriftensammlung dauerte länger als ursprünglich erhofft. So wollten die Initianten ihr Anliegen bereits im Juli dieses Jahres einreichen. Die 110 000 bis dahin gesammelten Unterschriften reichten aber nicht, weil erfahrungsgemäss jeweils viele doppelt und ungültig sind. Deshalb musste die Festivalzeit im Sommer genutzt werden, um die «Sicherheitsmarge» unter Dach bringen zu können.
Grosser Erklärungsbedarf
Initiant Geri Müller weist zwar zurück, dass die Sammlung zäh verlaufen sei. Er zählt aber Schwierigkeiten auf, mit denen man konfrontiert war.
So sei es bekanntlich einfacher, für ein Nein Unterschriften zu sammeln als für ein Ja. Zudem habe in der Bevölkerung grosser Erklärungbedarf bestanden, dass es nicht um die Legalisierung, sondern um die Entkriminalisierung gehe. Müller: «Wir wollen, dass eine bestimmte Gruppe wie beim Alkohol Hanf konsumieren und handeln darf.» Die heute existierende Willkür bei den Behörden sei nämlich eine «eigentliche Katastrophe». Schliesslich, so Müller, sei die Hanforganisation* alleine am Sammeln gewesen.
Die Initiative «Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität» wurde vor einem Jahr lanciert und setzt sich die Entkriminalisierung des Hanfkonsums zum Ziel. Gemäss Initiativtext sollen der Besitz, der Erwerb, der Handel und der Eigenbedarf von psychoaktivem Hanf straffrei werden. Gleichzeitig soll der Bund jedoch durch geeignete Massnahmen sicherstellen, dass dem Jugendschutz angemessen Rechnung getragen wird. Werbung soll denn auch ausdrücklich verboten sein.