Frustriert ab der Situation

Leserbriefe "Eingesandt"

Hallo zusammen
Als vierzigjähirger Erwachsener mit 20 Jahren Hanferfahrung, der als Führungskraft im Erwerbsleben steht und Familie hat, stehe ich nun vor der Situation, dass das letzte mir bekannte Hanfgeschäft in der Umgebung von Bern keinen Hanf mehr verkauft.
Somit stehe ich nun vor der Wahl, entweder auf mein geliebtes, natürliches Schlaf- und Entspannungsmittel zu verzichten, oder mich in die Drogenszene zu begeben und zu versuchen, dort Kontakte zu knüpfen um ein wenig Hanfblüten zu kaufen.
Warum um alles in der Welt darf ich nicht in staatlich kontrollierten, steuerzahlenden Geschäften qualitativ kontrollierten, psychoaktiven Hanf kaufen?
Leider habe ich gute Gründe zu befürchten, dass meine zukünftige Karriere nachhaltig behindert wird, wenn ich mich öffentlich zum Hanfkonsum bekenne. So geht’s nicht. Die politischen Parteien wären gefragt, aber die schauen lieber erst gar nicht hin. Es ist wirklich sonderbar (milde ausgedrückt): Wer Wein geniesst gilt als kulturell hochstehend. Jahr für Jahr sendet das nationale TV einen Beitrag in der Tagesschau, wo ein Experte die Ernte des aktuellen Jahres beurteilt. Muss ich wirklich in die Drogenszene um Hanf zu kaufen?
War das Datum der Veröffentlichung der Absinth-Legalisierung eigentlich Zufall oder präzise gewählt? Just an dem Tag als der Nationalrat beschloss, nicht über Hanf zu reden, legalisierte dieser den Absinth?!? Spinn ich eigentlich, oder was läuft hier ab?
Muss ich mir wirklich mein Leben versauen lassen, nur weil ich abends gerne mal ein wenig Hanf rauchen würde? Ist das überhaupt noch "meine Schweiz"?
Die Initiative "Pro Jugendschutz" - machen wir uns nichts vor - bis heute konnten erst 73% der nötigen Unterschriften gesammelt werden und offenbar fehlen hinten und vorne die finanziellen Mittel. Wenn die Initiative zustande kommt, wird (nicht nur) die SVP sofort ein Budget sprechen: um die Initiative zu beerdigen. Leider befürchte ich, dass dann auch keine Partei dafür einstehen wird.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich bin frustriert, wütend und irgendwie hab ich resigniert und hätte grösste Lust, einigen Politiker gehörig in den Allerwertesten zu treten.

Grüsse von einem "Kriminellen"
drums_not_guns (01-19-05)