Der Grossvater der Hanfbewegung spricht:

Andrea Stafforte IN EIGENER SACHE:

„Wer seid Ihr, Ihr Menschenrichter, dass Ihr eine heilige Pflanze, die Gott zu unsrer Freud und Nutzen hat spriessen lassen, zu verbieten trachtet?“

1993 am 7.August eröffnete ich an der Muenstergasse 12 in Bern,in einem Keller, das 1. Hanflädeli Europas.

Zuerst kam das Fernsehen, dann die Polizei. Alle tranken einen Kaffee, und die Polizei sahen wir dann erst am Abend wieder, als sie unsere übriggebliebenen Hanfblaetter einsammelten. (Art. 19 BtmG, Zustatztext: Nur die Blütenstaende der weiblichen Hanfpflanze und das Harz fallen unter das BtmG, und auch nur dann, wenn daraus Betäubungsmittel gewonnen werden sollen. Also ganz klar KEINE Blätter).

Dafür wurden wir dann auch freigesprochen.

Das Hanflaedeli war nicht aus Gruüden der Geldakkumulation eroeffnet worden. Vielmehr entstand es aus der Hanfbewegung (damals der Hanfverein, VSHF, wovon ich 10 Jahre lang Vizepraesident war), und die klaren Beweggründe waren INFORMATION, ÖKOLOGIE und LEGALISIERUNG!

Eines Tages, 1 1/2 Jahre vor der Eröffnung, stellte ein Bekannter eine riesige Kiste mit Steinwollkloetzen (zum Anbau unter Kunstlicht) in mein winzigkleines Kunsthandwerk-Laedeli an der Muenstergasse und erklärte der Verkäuferin, sie müsse dies jetzt verkaufen. Die hatte natürlich keine Ahnung von der Sache, und ich auch nicht, und so stand die Kiste dann bald einmal in meinem Haus und wartete darauf, ihr Geheimnis zu lüften.

Dies war dann praktisch unser erstes Hanflädeli-Inventar...

Ein ganzes Jahr blieben wir in der Schweiz die einzigen auf weiter Flur. In Amsterdam eröffnete einen Monat nach uns der C.I.A. (Cannabis In Amsterdam), das zweite Hanfladeli Europas. Die sonst so schnellen Zürcher schauten erstmals ein Jahr lang zu, ob wir überleben würden oder nicht...Die langsamen Berner hatten punkto Hanf alle anderen im Rennen geschlagen!

"DER STOLZ VON BERN: DAS ERSTE HANFLAEDELI EUROPAS!"

1995 hatte ich ein längeres Gespräch mit Dr.Alfred Vogel, dem berühmten Basler Naturarzt. Ich zeigte ihm den Riesenstapel an positiven Presseberichten bezüglich Hanf, der sich inzwischen angehäuft hatte.

Praktisch auf seinem Totenbett nahm er daraufhin von mir das Versprechen ab, alles in meiner Macht stehende zu tun, um Hanf seinen ihm zustehenden Platz unter den Heil-und-Nutzpflanzen wieder zu verschaffen. Ich habe mein Möglichstes getan!

Februar 1996 zogen wir dann um ins schöne und grosse Lokal an der Herrengasse 30 und fügten den Namen "Growland" dem Hanflädeli bei, um ein bisschen internationaler auftreten zu können. 1998 erst, gegen Herbst zu, begannen wir dann auch Freiland-Hanfblüten in Duftsäcklis zu verkaufen.

Am Anfang war der Freiland Hanf aus den Händen von J.P.Egger noch unter allem Hund, und die Säckli kosteten denn auch nur 12 Sfr. fuer 10g und fanden sehr geringen Anklang. Später brachten andere Bauern, die aus unseren Büchern oder auch aus Erefahrung, gelernt hatten, wie man auch auf grossen Feldern, anständigen Biohanf anbaut, wesentlich bessere und samenarme Ware in den Laden. So stieg der Preis auf 30.— für 10g, und dort blieb er auch 4 Jahre lang.

DIES WAR UNSER ERFOLGSGEHEIMNIS: Eine anständige Freiland Qualität zu einem absolut günstigen Preis, (Indoor Gras kostete schon damals bis zu 15 Sfr. Pro Gramm!), d.h. ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Unser Prinzip war von Anfang an: "1 Saeckli pro Tag pro Nase (weil es sich nicht lohnte, aus so einer kleinen Menge Betäubungsmittel zu gewinnen. Merke: Gewinnung heisst auf Französisch EXTRACTION!), NUR Freilandhanf, kein Indoor!"

Ich hatte mich noch nie so recht mit AKW’s anfreunden koennen, und so blieb denn der Indoor Anbau mit Lampen eher ein Seitenzweig unserers Geschaeftes. Erst mit zunehmender Repression mussten wir uns sagen:

"Wägg vo Gass und Dealerei, Säubschtabau macht frei!"

Und wer keinen Garten oder grossen Balkon oder einen Freund auf dem Lande hatte, dem blieb nur sein Keller, Badzimmer, Estrich, Kleiderschrank oder Toilette uebrig.

Also war das verschärfte Vorgehen gegen die Hanfbauern wieder einmal kontraproduktiv, denn die behördliche Schlacht gegen den Freilandhanf trieb die Leute erst recht dazu, „Lampengras“ zu produzieren!

Es ist doch wirklich so, wie es so schön heisst:

„WER HEUTE NOCH FÜR DIE PROHIBITION EINTRITT, MACHT SICH VERDÄCHTIG, DARAN ZU VERDIENEN.“

Nun, wir verdienten am Umstand, dass dem Wortlaut des Gesetzes nach Hanfblüten noch kein Extrakt, Tinktur oder Konzentrat darstellten, d.h. wir verdienten an der Legalität! Und der Staat verdiente tüchtig mit. Dreimal mehr als mein Reingewinn betrugen insgesamt die Staatsabgaben für MwSt., AHV/IV, UVG/BVG Gewinnsteuern und private Steuern!

Ich hatte eigentlich nie mit viel Geld gerechnet, als ich den Hanfladen gegründet habe. Und als das Geld dann doch zu fliessen begann, wollte ich es nicht für mich behalten.

Ich bin Hinduistischer Mönch, und ich empfinde Besitz eher als Belastung. Doch wenn ich Menschen mit meiner Arbeit helfen kann, dann tue ich dies auch. Für mich selbst brauche ich nicht viel: Vegetarische Mahlzeiten kosten in Nepal nicht einmal 1 Sfr. und ein Dach über dem Kopf finde ich in jedem Tempel. Was ich zum Leben brauche, dafür sorgen Ganesha und Shiva schon…

Also habe ich in Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, 1000en von Menschen gesunde Mahlzeiten geschenkt und 100en von Menschen zwischenzeitlich Arbeit gegeben.

Ich habe einen Tempel gebaut, weil im Hinduistisch/Vedischen System der Tempel die Sozialwerke ersetzt!

Ich habe ein Gesundheitszentrum projektiert und mit dem Bau begonnen, ein Zentrum, wo Heiler aus aller Welt für die Armen umsonst und für die Bessergestellten gegen Entgelt gearbeitet hätten.

Alternative Heilmethoden zu fördern wie Ayurveda, Colonics, Akkupunktur, diverse Massagetherapien, Reiki, Naturheilkunde, Yoga, Meditaton, holistische Ernährung usw. und die Entwicklung neuer pflanzlicher Heilmittel war die Absicht.

Als aber 2002 durch die fehlgeleiteten Behörden der Hanfverkauf gestoppt wurde, konnte das Projekt nicht fertiggestellt werden. Heute dient das Land dort zum Gemüseanbau…und würde ich dieses Land verkaufen, müsste ich mehrer Familien auf die Strasse stellen; denn nun will der Staat noch mehr Geld von mir, als hätte er nicht schon genug am Hanf verdient!

60‘000.—lautet die Summe gemäss dem Berner Obergericht, die ich angeblich von 2005 bis 2007 aus „illegalem“ Hanfverkauf verdient hätte, ein Gewinn bzw. Verkauf, den ich NIE gemacht habe! Statt dessen habe ich 5 Jahre gratis und umsonst gearbeitet und auch noch einen Haufen Geld in den Laden zurückgeführt!

Ja soll ich denn den Tempel, den ich dem Nepalesischen Volk geschenkt habe, nun ins Handgepäck stecken und nach Bern bringen und in die Staatskasse legen? Es sind ja nur ein paar Tonnen an Steinen und Ziegeln…

Nach der Razzia im July 2002 habe ich ein striktes Verbot erlassen, was den Verkauf von Genusshanf angbelangte. Ein weiterer Verkauf hätte bedeutet, uns selbst zu verheizen!

Von 2002 bis 2007 brachten wir das Hanflädeli mehr schlecht als recht über die Runden.

Dieses Symbol der Freiheit und Rechtsgleichheit, diese Legende, die so vielen Leuten Mut gemacht und den Glauben an Gerechtigkeit zurückgegeben hat, dieses Mahnmal durfte nicht sterben.

Also habe ich Hunderttausende von Franken an Steuerrückvergütungen, AHV-Rückzahlungen, Krediten, und zurückgeführtes Geld aus Nepal in die Aufrechterhaltung dieses freien Landes namens Grow-land gesteckt.

Dass der Laden ohne Hanf nicht selbsttragend war, verdankte er dem Umstand, dass wir die Indoorprodukte nicht pushten, statt dessen den grössten Teil für quersubventionierte Ökoprodukte wie Hanfkleider und Lebensmittel verwendeten. Auch wollte ich es niemandem zumuten, diesen grossen Laden allein führen zu müssen, und dadurch entstanden hohe Kosten, die sich aufs Jahr hinaus natürlich zusammenläpperten.

Und da waren diese Hoffnungslichter am Horizont, Hoffnung auf eine vernünftige Lösung in Sachen Cannabis:

Der Ständerat hat zweimal den Antrag auf Legalisierung an den Nationalrat überwiesen, aber geblendet durch falsche THC Werte, wie sie insbesondere durch die Sendung Kassensturz und den Berner IRM Chef Bernhard verbreitet worden sind, und nicht bedenkend, dass Schnaps auch nicht aus Biergläsern getrunken wird, bzw. starkes Indoor Gras auch nicht in den gleichen Mengen wie Freilandhanf geraucht wird, wollten sie gar nicht über Cannabis sprechen, denn sie fürchteten sich vor der Wahrheit. Dafür senkten sie bei der ersten Sitzung Oktober 2003 die Zölle auf harten Alkoholikas um 60%, und bei der zweiten Sitzung im Sommer 2004 wurde gar die stärkste aller Alkoholikas, die „Grüne Fee“ (Absinth) legalisiert! Als wenn wir nicht schon genug Alkoholiker hätten…

Es sah beinahe aus wie eine Verschwörung der Alkohollobby gegen den Hanf.

Später war es dann der Stadtrat von Bern, der in den Medien verkündete, sie wollten den Verkauf von Cannabis doch wieder versuchsweise durchführen.

Danach kam die Hanf-Initiative, und auch wenn sie abgelehnt worden ist, so haben doch immerhin 38.7 % der Schweizer gezeigt, dass sie für die Vernunft eintreten, entgegengsetzt dem Vorgehen der Behörden, die inzwischen um 30 Jahre zurückgekrochen sind.

Nach der Ablehnung der Initiative wollte ich den Laden schliessen. Ich war müde, und langsam wurde das Geld immer knapper, aber die Behörden sind mir zuvorgekommen, indem sie das Growland im 2007 selber geschlossen haben. (Es ist seit 1. Januar 2008 unter einem neuen Inhaber wieder offen.)

Hätte ICH nach der Razzia 02 den Laden geschlossen, wäre ich heute ein gemachter Mann, bräuchte nicht mehr zu arbeiten und müsste mich nicht mit Gerichten herumschlagen und um mein letztes übriggebliebenes Geld bangen, das ich mir mit harter Arbeit in den letzten 35 Jahren verdient habe, Geld das ich nicht dem reichen Schweizer Staat schenken will, sondern mit meinen Nepalesischen Brüdern und Schwestern zu teilen gedenke!

„Was ist aus Dir geworden, geliebtes Schwytzerländli? Deine Gründer hatten noch „Freiheit und Brüderlichkeit“ (später sicher auch Schwesterlichkeit) auf ihren Fahnen stehen. Und früher wurden Minderheiten freundlich respektiert und nicht rassistisch diskriminiert!

Heut hast Du Dich zum Schuhabstreifer der Geldmafia erniedrigt. Du folgst den Befehlen von grosskriminellen Unternehmen (z.B.Monsanto…), beherbergst Kinderschänder, Massenmörder und Folterknechte, machst die Ärmsten der Armen noch ärmer mit neuen Gesetzen und hast bereits nach den Jenischen und den Hippies/Hanfern den dritten Kulturgenozid, diesmal gegen die letzten Naturheiler und Schamanen dieser Erde eingeläutet. Und Deine Kinder steckst Du ins Gefängis, WEGEN HANF!

Und wie Mani Matter es singt: „Nume wägem Gäld!

Schämt Euch, Ihr die Ihr Eure Augen stets vor der Wahrheit verschliesst!“

Hanf hat mich gelehrt zu SEHEN, zu HÖREN und zu SPÜREN. Auch wenn ich heute kaum noch konsumiere, so werde ich Gott Shiva und seinem Brot (vergleiche dazu den Wein des Abendmahls…) mein Leben lang dankbar sein, und mit dem Herzen auch stets bei der Hanfbewegung mitfiebern.

Aber ansonsten werde ich mich zurückziehen. Ich bin körperlich ein Wrack, von zuvielen durchgearbeiteten 20-Stunden-Tagen und 7-Tage-Wochen, und nach 36 Jahren Aktivität in Sachen Hanf, bin ich müde, und denke, mit Recht.

Es mögen Andere, Jüngere, mit mehr Elan als ich ihn noch übrig habe, die gerechte Sache übernehmen und hoffentlich nicht erst in 300 Jahren (solange musste die letzte in der Schweiz hingerichtete Hexe auf Rehabilitation warten) zu einem guten Ende führen.

Die Hoffnung kommt jetzt von dort, wo vorher die Verteufelung der heiligen Wunderpflanze herkam, von Obama, aus Amerika… Bereits haben 14 Staaten „Cannabis als Medizin“ legalisiert!

Mit hanfheiligen Grüssen

Andi