Cannabis erhöht Risiko tödlicher Verkehrsunfälle
Wer sich nach dem Konsum von Cannabis ans Steuer setzt, verursacht mit einer um fast 80 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit einen tödlichen Verkehrsunfall.
Insgesamt gingen 2,5 Prozent der tödlichen Unfälle auf Cannabis zurück, vermuten die Forscher, Alkohol dürfte in knapp 29 Prozent der Fälle der Auslöser gewesen sein.
Richtig gefährlich ist wer sich bekifft und angetrunken ans Steuer setzt.
Von CARSTEN MEINKE /JKM
5.12.05
Das haben französische Forscher im Rahmen einer groß angelegten Studie ermittelt. Wie sie im "British Medical Journal" berichten, dürften letztlich jedoch sehr viel weniger tödliche Unfälle auf Cannabis als auf Alkohol zurückgehen.
"Experimentelle Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Cannabis die Fahrtüchtigkeit reduziert", schreiben Bernard Laumon und seine Kollegen vom Französischen Forschungsinstitut für Verkehr und Verkehrssicherheit (INRETS) in Bron. Bisherige Untersuchungen hätten jedoch nicht klären können, wie stark sich dies auf das Unfallrisiko auswirke.
Die Forscher analysierten die Daten von 10.748 Fahrern, die zwischen Oktober 2001 und September 2003 an Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang beteiligt waren. Bei allen waren Urin- bzw. Blutproben auf Alkohol und andere Drogen untersucht worden. Demnach waren 681 bzw. 2.096 Personen unter Einfluss von Cannabis bzw. Alkohol gefahren, 285 davon hatten beide Drogen konsumiert. Männer wurden häufiger als Frauen und jüngere Fahrer häufiger als ältere positiv getestet.
Die Betrachtung des Unfallhergangs ergab, dass 6.766 dieser Fahrer die Unfallverursacher, die übrigen dagegen nur in die Unfälle verwickelt worden waren. Aufgrund der Testresultate in beiden Gruppen schätzen Laumon und Kollegen, dass Cannabis- und Alkohol-Konsum das Risiko, einen tödlichen Unfall zu verursachen, um 78 bzw. 751 Prozent erhöhen - je nach erreichtem Blutspiegel fallen diese Werte allerdings höher aus. Insgesamt gingen 2,5 Prozent der tödlichen Unfälle auf Cannabis zurück, vermuten die Forscher, Alkohol dürfte in knapp 29 Prozent der Fälle der Auslöser gewesen sein.