Betäubungsmittelstatistik 2005 erschienen

Etwas ist der allgemein grasierenden Sparwut leider noch nicht zum Opfer gefallen: Die Repression. Die registrierten Verzeigungen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz blieben gegenüber dem Vorjahr praktisch stabil. 2004 wurden 50’580 Verzeigungen registriert, im Jahr 2005 waren es 49’450. Das entspricht einem Rückgang um rund zwei Prozent. Der "War on Drugs" dauert auch in unserem beschaulichen Land an. Allerdings sind die Zahlen nicht so krass, wie vorgängige News (92’000 Kilo Hanf versus 2.5 Kilo Koks) irrtümlicherweise meldeten.

Weniger Kokain
Nach dem Rekordjahr 2004 wurde 2005 wieder weniger Kokain sichergestellt. Die Sicherstellungen sind mit 283 Kilogramm im mehrjährigen Vergleich aber noch immer hoch. Eine ähnliche und gegenüber dem Vorjahr stark angestiegene Zahl findet man bei Heroin; dort betrug die konsfiszierte Menge 256 Kilogramm.

Mehr Ecstasy
Insgesamt wurden über 200’000 Einzeldosen Ecstasy sichergestellt. Das ist die grösste Menge seit 1975. Die registrierten Verzeigungen wegen Ecstasy-Konsum nahmen im vergangenen Jahr ebenfalls zu.

Rückgang beim Hanf...?
"Dagegen wurden letztes Jahr erneut weniger Hanf und Hanfderivate sichergestellt. Die Zahl der Verzeigungen wegen Konsums von Marihuana ging 2005 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück und liebt bei 27’574", ist beim Bundesamt für Polizei zu lesen. Wenn man allerdings auch die Verzeigungen wegen Konsums von "Hasch" (7588), "Haschisch-Öl" (86) sowie "Hanf-Pflanzen" (487) dazuzählt, kommt man auf stattliche 35’735 Anzeigen...! Wenigstens kann mit 4898 Kilogramm Cannabis ein Rückgang bei den Beschlagnahmungen von über 20% gegenüber dem Vorjahr (2004: 6178 Kilo)festgestellt werden.

Wieder mehr Drogentote
Besonders tragisch ist, dass eine wesentliche Zahl im vergangenen Jahr nicht zurück gegangen, sondern gestiegen ist: Die Anzahl der Drogentoten hat sich 2005 gegenüber dem Vorjahr von 182 auf 211 erhöht. Das sind genau 211 zuviel.

Quelle: Bundesamt für Polizei (fedpol)
Das Bundesamt für Polizei (fedpol) erhebt bei den kantonalen und städtischen Polizeikorps jährlich die für die Betäubungsmittelstatistik notwendigen Daten. Zum ersten Mal werden die sichergestellten Betäubungsmittel der Bundeskriminalpolizei (BKP) in der Statistik ausgewiesen.