Bernhard Rappaz: Zustand zunehmend lebensbedrohlich.

Am 53ten Tag des Hungerstreiks, erklärte Maggie Loretan vom Unterstützungskomitee vor dem Spital in Siders, dass der Blutzuckerspiegel nun lebensbedrohliche Werte anzeigt. Fachleute nennen diesen Zustand zwischen Leben und Tod Hypoglykämie..

Die zahlreich anwesenden Sympathisanten aus Nah und Fern sprachen von einem Bauernopfer der Walliser Behörden zugunsten der übermächtigen Pharmaindustrie, welche keine pflanzlichen Konkurrenten zu ihren Industrie-Medikamenten dulden. Kein Mensch soll in seinem Garten natürliche Heilmittel ernten, solange die Industrie eine profitablere Methode kommerzialisiert.

Laut Maggie Loretan, wurde der Antrag der Anwälte zur Freilassung , vom Untersuchungsrichter abgelehnt. Die schwache Begründung: Gefahr der Wiederholungstat, Gefahr der Kollision sind Standartantworten. Nach Ansicht des Komitees hat die laufende Untersuchung keine neuen Elemente hervorgebracht so dass die Begründungen für eine dermassen lange Untersuchungshaft mehr als dürftig sind. Gegen die Antwort des UR wurde von den Anwälten bereits am 24 April ein Rekurs eingereicht welcher jetzt beim Kantonsgericht hängig ist.

Das Unterstützungs-Komitee für Bernard Rappaz fühlt sich, durch den Aufmarsch vieler besorgter Bürger und deren Sympathiekundgebungen, gestärkt den Protest weiterzuführen. Nach nunmehr bald 8 Wochen Hungerstreik ist es auch für ihn eine mentale Stärkung um unseren gemeinsamen Kampf für die Nutzpflanze Hanf nicht abzubrechen, und fordert Alle auf, die noch keine Gelegenheit hatten dem gleich zu tun, ihre Meinung mit persönlichem Erscheinen kund zu tun.

Siders, 07.05.2006

Unterstützungskomitee von Bernard Rappaz

P.S.

Weltweit geht es um Milliarden, denn ein einziges Medikament, welches MS-Patienten Linderung verschafft, könnte x Milliarden Umsatz generieren. Da verfassen unsere Richter Entscheide ohne das Gesetz zu berücksichtigen - „wir hatten halt Druck von weiter oben“ - der Bauer kann ja verrecken, wir haben ja die Industrie. Sie dürfen auch wissen, dass die USA Kriege gegen Nationen führt, wegen x Milliarden Erdöl pro Jahr, selbst wenn dabei hunderttausend von Zivilisten ums Leben kommen, einzig weil es sich positiv auf die Aktienkurse auswirkt. Es darf ja auch nie passieren, dass der Bauer Rohstoffe zu einem gerechten Preis verkauft und damit einen Gewinn erzielt. Bernard Rappaz kämpft lediglich ums Überleben seines Hofes, weil er als Bauer keine Aktien besitzt, sondern nur ein bisschen Heimatland mit Pflanzen bebaut.

Die Schweiz heute - das ist ein engmaschiges Netzwerk aus hochrangigen Politikern, führenden Konzernchefs und toleranten Justizbehörden, die systematisch und übergreifend mit kriminellen Methoden den Rechtsstaat aushöhlen und Gemeinsinn durch puren Egoismus, Gesetze durch die Macht des Kapitals ersetzen.